Umsetzung für Agenturen:
bauen, ohne genannt zu werden
Du behältst Gestaltung, Kundenkontakt und Rechnung, ich baue. Nach außen erscheine ich nicht: die Seite trägt deinen Namen, der Kunde spricht mit dir, und meine Rechnung geht an dich. In der Branche heißt das White-Label - praktisch heißt es, dass eine Zusage von dir eingehalten wird, ohne dass du Kapazität aufbaust.
Zurück zur Übersicht- Du bleibst Auftragnehmer deines Kunden, ich bin dein Unterauftragnehmer.
- Der Kunde spricht mit dir, nicht mit mir - auch bei Rückfragen zur Technik.
- Meine Nennung als Umsetzung ist eine Option, keine Bedingung.
- Ich verlange keinen Zugang zu Daten, die ich für den Bau nicht brauche.
- Wo die Gestaltung endet und die Umsetzung anfängt, wird vorher festgelegt.
Was heißt Umsetzung ohne Nennung?
Dass die fertige Arbeit deinen Namen trägt und meinen nicht. Du beauftragst mich, ich baue, du lieferst an deinen Kunden - für den bin ich nicht sichtbar, und das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Umsetzung ohne Nennung heißt, dass eine Leistung im Namen des Auftraggebers erbracht wird und der Ausführende nach außen nicht erscheint.
Der Grund dafür liegt selten in Geheimhaltung. Er liegt darin, dass dein Kunde eine Agentur beauftragt hat und nicht drei Beteiligte kennenlernen will. Für ihn ist es dein Projekt, und das bleibt es auch.
Was das nicht heißt: dass die Arbeit anders gemacht wird. Es gibt keine zwei Qualitätsstufen - was hier gebaut wird, ist dasselbe wie bei Aufträgen unter meinem Namen. Beispiele stehen im Portfolio, auch wenn nicht jedes Projekt dort gezeigt werden darf.
Wie läuft die Zusammenarbeit?
In drei Schritten, und in allen drei redest du mit mir, nicht dein Kunde. Der Ablauf ist bewusst kurz gehalten, weil eine Zwischenschicht sonst mehr Zeit kostet, als sie spart.
- Übergabe: Du schickst mir, was vorliegt - Entwurf, Material, Umfang, Termin. Ein Gespräch von 20 Minuten reicht dafür meist.
- Bau: Ich baue und melde mich, wenn etwas fehlt oder eine Entscheidung ansteht. Sonst hörst du nichts.
- Übergabe an dich: Du bekommst eine Vorschau, sammelst dein Feedback und das deines Kunden gebündelt, ich arbeite es ein.
Der dritte Punkt ist der, an dem solche Zusammenarbeiten scheitern. Wenn Anmerkungen einzeln und aus zwei Richtungen kommen - von dir und parallel vom Kunden - entstehen widersprüchliche Anweisungen. Deshalb bündelst du: eine Stimme, eine Liste, eine Runde.
Wer redet mit dem Kunden?
Du. Auch bei technischen Rückfragen, und auch dann, wenn ich die Antwort schneller gäbe. Das ist keine Formalität, sondern die Bedingung dafür, dass die Konstruktion für deinen Kunden stimmig bleibt.
Praktisch heißt das: Fragen zur Technik gehen an dich, du gibst sie weiter, ich antworte dir in einer Form, die du weiterschicken kannst. Wenn eine Frage besser direkt geklärt wird, sagst du das ausdrücklich und bist dabei.
Es gibt einen Fall, in dem ich dich sofort informiere und nicht selbst handle: wenn dein Kunde direkt bei mir anfragt. Das kommt vor, wenn jemand einen Namen im Quelltext findet oder wir uns anderswo begegnet sind. Die Anfrage geht dann an dich zurück - nicht als Höflichkeit, sondern weil es der Punkt ist, an dem Vertrauen zwischen Agentur und Umsetzer entsteht oder endet.
Was passiert nach der Übergabe?
Das hängt daran, wer die Seite danach betreut, und das wird vorher festgelegt. Drei Formen kommen vor.
- Du betreust selbst: Du bekommst die Dateien und die Zugänge, und ich bin nicht mehr beteiligt.
- Ich betreue über dich: Änderungswünsche laufen von deinem Kunden zu dir und von dir zu mir. Du rechnest gegenüber deinem Kunden ab.
- Ein Rahmen für laufende Arbeit: sinnvoll, wenn regelmäßig Seiten dazukommen - etwa bei einer Agentur, die mehrmals im Jahr Kampagnen fährt.
Domain und Hosting laufen dabei immer auf deinen Kunden oder auf dich, nie auf mich. Das ist keine Vorsicht, sondern verhindert den Streitfall, der sonst irgendwann kommt: dass die Adresse bei jemandem liegt, der nicht mehr im Projekt ist. Warum ich dabei statisch baue, steht in warum ich keinen Baukasten nutze.
Wo ist die Grenze?
An drei Stellen, und alle drei stehen vorher schriftlich fest, damit sie nicht mitten im Projekt zur Diskussion werden.
Erstens: Gestaltung. Wenn ein Entwurf vorliegt, setze ich ihn um und melde, wo er technisch nicht aufgeht. Wenn keiner vorliegt, leite ich eine Gestaltung aus dem Material ab - das ist dann eine eigene Position, nicht ein Nebenprodukt der Umsetzung.
Zweitens: Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung kommen von deinem Kunden oder dessen Anwalt. Ich baue sie ein und verantworte den Inhalt nicht. Bei einer statischen Seite gehört dazu die Angabe, wo die Seite gehostet wird - die brauche ich von euch, bevor die Erklärung geschrieben werden kann.
Drittens: Verantwortung nach außen. Vertragspartner deines Kunden bist du. Ich hafte dir gegenüber für meine Arbeit, nicht deinem Kunden gegenüber für das Projekt. Was das im Einzelnen bedeutet, steht in den Vertragsgrundlagen, und die schicke ich mit dem Angebot mit - nicht danach. Was in einem Projekt enthalten ist, steht auf der Leistungsseite.
Häufige Fragen
Erscheint marcy im Impressum?
Nein. Ins Impressum gehört, wer die Seite betreibt und für den Inhalt verantwortlich ist - das ist dein Kunde, nicht der Umsetzer. Auch im Quelltext steht kein Hinweis, wenn du das nicht willst. Was dort zwangsläufig auftaucht, sind die verwendeten Techniken, und daraus lässt sich keine Firma ableiten.
Darf ich das Projekt als eigene Arbeit zeigen?
Ja, ohne Einschränkung. Du hast es beauftragt, es ist unter deinem Namen entstanden, und es gehört in dein Portfolio. Ob ich es umgekehrt zeigen darf, klären wir vorher - im Zweifel nicht. Eine Nennung als Umsetzung nehme ich gern und mache sie nicht zur Bedingung.
Was, wenn mein Kunde direkt bei dir anfragt?
Dann bekommst du das von mir gesagt, und die Anfrage geht zurück an dich. Ich nehme keinen Auftrag an, der aus einem laufenden oder abgeschlossenen Projekt von dir kommt, ohne dass du davon weißt und einverstanden bist. Das ist der einzige Punkt, an dem eine solche Zusammenarbeit wirklich kaputtgehen kann.
Bekommst du Zugang zu unseren Daten?
Nur zu dem, was für den Bau nötig ist - meist Material und ein Zugang zum Hosting, den dein Kunde einrichtet. Kein Zugriff auf Kundenlisten, Verkaufszahlen oder Postfächer. Wenn ein Zugang doch gebraucht wird, frage ich vorher und begründe, wofür; nach dem Projekt wird er entzogen.
Was du als Nächstes tun kannst
Schick mir das nächste Vorhaben, das bei dir liegen bleibt, weil niemand Zeit dafür hat - mit dem Material, das vorliegt, und dem Termin, der gilt. Nach 20 Minuten im Erstgespräch weißt du, ob es passt und was es kostet. Wenn nicht, sage ich dir das im Gespräch.
Marcel SchygaIch baue Websites vom Design bis zum Livegang. Mehr über mich