Google-Unternehmensprofil:
die vier Felder, die zählen
Das Anlegen dauert zehn Minuten, der Nutzen entsteht in vier Feldern: Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten samt Ausnahmen und Fotos. Wer die leer lässt, steht mit Name und Adresse in der Karte und wird bei jeder Suche übergangen, die nicht schon seinen Namen enthält.
Zurück zur Übersicht- Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchanfragen dein Profil überhaupt erscheint.
- Einzeln eingetragene Leistungen machen dich bei Suchen nach der Leistung statt nach dem Namen findbar.
- Öffnungszeiten ohne eingetragene Feiertage sind eine Falschauskunft, die Google an dich weitergibt.
- Eigene Fotos ersetzen das Straßenbild, das Google sonst automatisch anzeigt.
- Ein Profil ohne verlinkte Website verschenkt den Weg, auf dem Besucher weiterlesen.
Was bringt ein Google-Unternehmensprofil überhaupt?
Es entscheidet, ob du in der Karte und im Kasten rechts neben den Suchergebnissen auftauchst. Für einen Betrieb mit Standort ist das häufig der erste Kontakt - noch vor der Website. Angerufen wird direkt aus dem Profil, die Route wird von dort gestartet.
Der Unterschied zur Website ist die Art der Suche. Auf deine Website kommt jemand, der schon weiß, wie du heißt. Im Profil findet dich jemand, der nach einer Leistung in seiner Nähe sucht und deinen Namen noch nie gehört hat.
Deshalb ist das Profil kein Anhang der Website, sondern ein eigener Auftritt mit eigenen Feldern. Es ist auch der Ort, an dem Bewertungen stehen - und die liest fast jeder, bevor er anruft. In jedem Website-Projekt richte ich das Profil mit ein und verbinde es mit der Seite.
Welche vier Felder lassen die meisten leer?
Kategorie, Leistungen, Feiertagszeiten und eigene Fotos. Alle vier sind in wenigen Minuten gefüllt und werden fast immer übersprungen, weil das Profil ohne sie schon fertig aussieht.
| Feld | Was passiert, wenn es fehlt |
|---|---|
| Hauptkategorie | Das Profil erscheint bei der falschen Art von Suche oder gar nicht |
| Leistungen | Gesucht wird nach der Leistung, gefunden wird nur der Name |
| Feiertage | Google zeigt „geöffnet", während geschlossen ist |
| Eigene Fotos | Angezeigt wird das Straßenbild statt deiner Räume |
Bei der Kategorie zählt nur eine: die Hauptkategorie. Nebenkategorien helfen, ersetzen aber keine falsche Hauptwahl. Wenn du zwischen zwei schwankst, nimm die, unter der ein Kunde dein Angebot beschreiben würde - nicht die, die dein Handwerk fachlich am genauesten benennt.
Wie oft muss ich das Profil pflegen?
Zweimal im Jahr planmäßig und einmal, sobald sich etwas ändert. Planmäßig heißt: Feiertage für das kommende Halbjahr eintragen, Fotos durchsehen, Leistungen gegen das aktuelle Angebot prüfen.
Anlassbezogen ist alles, was ein Kunde vor der Tür merken würde: geänderte Zeiten, Betriebsurlaub, eine neue Telefonnummer, ein Umzug. Ein Profil mit falschen Öffnungszeiten ist schlechter als keines, weil Google die Angabe als Auskunft weitergibt und der Kunde vor verschlossener Tür steht.
Beiträge und Aktionen im Profil sind ein zusätzliches Feld, das viele Betriebe nicht brauchen. Wenn du ohnehin schreibst, nimm sie mit - wenn nicht, ist es kein Verlust. Der Nutzen liegt deutlich unter dem der vier Felder oben.
Was mache ich mit Bewertungen?
Antworten, sachlich und zügig, auch auf die schlechten. Eine Antwort richtet sich nie an den Verfasser allein, sondern an alle, die später mitlesen - und die achten mehr darauf, wie du mit Kritik umgehst, als auf die Kritik selbst.
Für die Praxis reichen drei Regeln: innerhalb weniger Tage antworten, keine Rechtfertigung über zwei Absätze, und bei einem echten Fehler benennen, was du geändert hast. Auf eine gute Bewertung ein Satz Dank genügt.
Löschen lässt sich eine Bewertung nur, wenn sie gegen die Richtlinien von Google verstößt - Beleidigung, Werbung, offensichtlich falsche Zuordnung. Eine schlechte, aber sachliche Bewertung bleibt stehen, und das ist in Ordnung: ein Profil mit ausschließlich Bestnoten liest sich für viele weniger glaubwürdig als eines mit einer erklärten Ausnahme.
Wann bringt ein Profil nichts?
Wenn es keinen Ort gibt, an dem Kunden dich aufsuchen. Das Unternehmensprofil ist ein Werkzeug der lokalen Suche - es lebt von Adresse, Umkreis und Route. Für eine Agentur oder eine Marke ohne Ladenlokal, Studio oder Showroom ist der Nutzen gering.
Für diese Fälle liegt Sichtbarkeit an anderer Stelle: in der Struktur der eigenen Website und darin, ob einzelne Abschnitte als Antwort taugen. Was das heißt, steht in wie du in Antworten von ChatGPT auftauchst.
Ein Profil ohne physischen Standort anzulegen und eine Privatadresse einzutragen, ist zudem eine Entscheidung mit Nebenwirkung: die Adresse ist danach öffentlich. Wer nur einen Postweg braucht, ist mit dem Impressum besser bedient.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Ladenlokal für ein Profil?
Nicht zwingend, aber einen nachweisbaren Bezug zu einem Ort. Google unterscheidet zwischen Betrieben mit Kundenverkehr und solchen, die zum Kunden fahren - für die zweite Form trägst du ein Einsatzgebiet ein und musst die Adresse nicht anzeigen. Ohne beides fehlt dem Profil die Grundlage, auf der die lokale Suche arbeitet.
Kostet das Profil etwas?
Nein, das Anlegen und Pflegen ist kostenlos. Bezahlt werden nur Anzeigen, und die sind eine eigene Entscheidung, die vom Profil unabhängig ist. Wer dir für das Anlegen des Profils eine laufende Gebühr in Rechnung stellt, verkauft dir Arbeitszeit - was in Ordnung ist, solange es so benannt wird.
Wie schnell wirkt sich eine Änderung aus?
Öffnungszeiten und Telefonnummer erscheinen meist innerhalb von Stunden. Änderungen an Kategorie, Name oder Adresse gehen durch eine Prüfung und brauchen deshalb länger, teils einige Tage. Erscheint eine Änderung nach zwei Wochen nicht, wurde sie in der Prüfung abgelehnt und steht im Profil als Hinweis.
Richtest du das Profil mit ein?
Ja, das ist in jedem Projekt enthalten: anlegen oder übernehmen, die vier Felder füllen und mit der neuen Seite verbinden. Was ich nicht mache, ist eine Zusage über die Position in den Ergebnissen - die vergibt Google, nicht ich. Was sonst enthalten ist und was nicht, steht auf der Leistungsseite.
Was du als Nächstes tun kannst
Ruf dein Profil auf und schau nach, ob Hauptkategorie, Leistungen, Feiertage und eigene Fotos gefüllt sind. Das sind vier Felder und rund zwanzig Minuten Arbeit - mehr Wirkung je Minute hat kaum etwas anderes an deinem Auftritt. Wenn du dabei unsicher bist, welche Kategorie passt, bring die Frage ins Erstgespräch mit.
Marcel SchygaIch baue Websites vom Design bis zum Livegang. Mehr über mich