Blogthemen für lokale Betriebe:
was deine Kunden googeln
Die brauchbaren Themen sind die Fragen, die deine Kunden dir vor dem Kauf stellen - nicht Neuigkeiten aus deiner Branche. Wer jede dieser Fragen einmal aufschreibt, hat einen Themenplan für ein Jahr, und jeder Beitrag beantwortet danach eine Suche, die wirklich stattfindet.
Zurück zur Übersicht- Deine Kunden suchen nach ihrem Problem, nicht nach deiner Branche.
- Jede Frage aus dem Verkaufsgespräch ist ein fertiges Thema.
- Ein Beitrag beantwortet genau eine Frage, und zwar im ersten Absatz.
- Vier gute Beiträge im Jahr wirken mehr als zwanzig aus Pflichtgefühl.
- Wer nicht schreiben will, muss auch nicht - abgeben ist eine gültige Antwort.
Warum bringen Branchennews nichts?
Weil niemand danach sucht, der bei dir kaufen will. „Neue Norm für Wärmepumpen ab 2027" ist eine Suche, die Kollegen und Hersteller machen - nicht der Hausbesitzer, der wissen will, ob seine Heizung noch ein Jahr hält.
Der Denkfehler dahinter ist verständlich: Fachlich ist die Norm interessant, und das Schreiben fällt leicht, weil du dich auskennst. Nur liest ein Beitrag über eine Norm sich für den Kunden wie ein Text, der nicht für ihn gemacht ist - und genau das ist er auch.
Der zweite Fehler kostet noch mehr: Beiträge über den eigenen Betrieb. „Wir waren auf der Messe", „unser neues Fahrzeug", „Jubiläum". Das gehört auf eine Aktualitätenseite oder ins Google-Unternehmensprofil, nicht in einen Blog, der Suchanfragen beantworten soll. Wie du das Profil dafür nutzt, steht in den vier Feldern, die im Unternehmensprofil zählen.
Woher kommen die richtigen Themen?
Aus deinem eigenen Telefon. Die Fragen, die dir mehrmals pro Monat gestellt werden, sind genau die Suchanfragen, die deine Kunden vorher eintippen - nur in anderen Worten.
- Schreib zwei Wochen lang jede Frage mit, die am Telefon oder im Laden gestellt wird.
- Notiere dazu die Frage, die du im Angebotsgespräch am häufigsten selbst erklären musst.
- Nimm die Einwände auf, die vor einem Auftrag kommen - Preis, Dauer, Aufwand, Risiko.
Nach zwei Wochen liegen erfahrungsgemäß zwischen fünfzehn und dreißig Punkte auf dem Zettel. Doppelte streichen, nach Häufigkeit sortieren, und du hast einen Themenplan, für den du nichts erfinden musstest.
Der Nebeneffekt ist wertvoller als der Blog: Dieselbe Liste zeigt dir, welche Antworten auf deine Leistungsseite gehören. Fragen, die dreimal im Monat kommen, sind auf der Seite nicht gut genug beantwortet.
Wie sieht ein brauchbarer Beitrag aus?
Er beantwortet eine Frage im ersten Absatz und begründet danach. Kein Spannungsbogen, keine Hinführung - wer eine Frage googelt, will eine Auskunft, nicht eine Reportage.
- Der Titel ist die Frage, in der Sprache des Kunden gestellt.
- Der erste Absatz gibt die Antwort in zwei bis drei Sätzen, vollständig.
- Danach kommt die Begründung, dann ein Beispiel aus deiner Arbeit.
- Eine Tabelle, eine Prüfliste oder eine Zahl macht den Beitrag greifbar.
- Am Ende steht ein Weg, dich zu erreichen - einer, nicht drei.
Ein Beitrag mit 900 bis 1.400 Wörtern trägt ein Thema. Kürzer bleibt er an der Oberfläche, deutlich länger liest niemand, der eine konkrete Frage hatte.
Wie oft muss ich schreiben?
Seltener, als du denkst, und regelmäßiger, als es meist passiert. Vier gute Beiträge im Jahr, die echte Fragen beantworten, wirken mehr als zwanzig, die aus Pflichtgefühl entstehen und das schon merken lassen.
Was gegen hohe Frequenz spricht, ist einfach: Ein Beitrag, der eine Frage beantwortet, ist in zwei Jahren noch richtig. Er muss nicht durch einen neuen ersetzt werden, sondern höchstens einmal aktualisiert. Ein Blog ist kein Sendeplan, der gefüllt werden muss.
Was für Regelmäßigkeit spricht: Ein Blog mit vier Beiträgen aus dem Jahr 2023 sieht aus wie ein aufgegebenes Vorhaben. Wenn der letzte Beitrag zwei Jahre alt ist, ist das für einen Besucher ein Signal - und kein gutes. Lieber ein Beitrag im Quartal als sechs in einem Monat und danach Stille.
Was, wenn ich nicht schreiben will?
Dann gib es ab oder lass es. Beides ist eine gültige Antwort, und die zweite ist besser als ein Blog, der nach drei Beiträgen aufhört.
Abgeben heißt bei mir: Du lieferst die Fachauskunft in einem Gespräch, das Schreiben passiert hier, du liest und gibst frei. Das ist derselbe Ablauf wie bei den Seitentexten in einem Website-Projekt - Fachwissen von dir, Formulierung von mir. In der Betreuung sind Beiträge ab der mittleren Stufe enthalten.
Lassen heißt: Deine Seite hat keinen Blog, und das ist kein Mangel. Ein Betrieb, der über Empfehlungen läuft und ein gepflegtes Google-Profil hat, braucht keinen. Ein Blog ist ein Werkzeug für einen bestimmten Zweck, kein Bestandteil, der dazugehört.
Häufige Fragen
Wie lang muss ein Beitrag sein?
Lang genug, um die Frage vollständig zu beantworten, und kurz genug, dass jemand mit einer konkreten Frage bis zum Ende liest. Als Rahmen: 900 bis 1.400 Wörter. Unter 700 trägt ein Beitrag das Thema meist nicht, deutlich über 1.600 verliert er die Leser, für die er geschrieben ist.
Bringt ein Blog bei zehn Kunden im Monat etwas?
Möglicherweise, aber nicht als erste Maßnahme. Bei kleinen Zahlen wirken ein vollständig gefülltes Google-Unternehmensprofil und eine Leistungsseite, die die Preisfrage nicht offen lässt, deutlich schneller. Ein Blog ist die Maßnahme danach - er wirkt langsam und dafür über Jahre hinweg weiter.
Darf ich in einem Beitrag Preise nennen?
Ja, und es ist meist ein Vorteil. Die Preisfrage ist die häufigste unausgesprochene Frage, und wer sie beantwortet, spart sich Gespräche mit Leuten, für die das Angebot nicht passt. Wichtig ist nur, dass die Zahl im Beitrag dieselbe ist wie im Angebot - sonst entsteht genau der Ärger, den Offenheit vermeiden sollte.
Schreibst du die Beiträge für mich?
Ja, das ist Teil der Betreuung ab der mittleren Stufe. Der Ablauf ist immer derselbe: Ich nehme die Fragen aus deiner Liste, schreibe den Beitrag, du liest und korrigierst das Fachliche. Beispiele für den Aufbau, den ich dabei verwende, findest du in jedem Beitrag hier - auch in diesem.
Was du als Nächstes tun kannst
Leg dir einen Zettel neben das Telefon und schreib zwei Wochen lang jede Frage mit, die dir gestellt wird. Das ist die einzige Vorarbeit, die niemand für dich machen kann, und sie ersetzt jede Themenrecherche. Was daraus wird, besprechen wir im Erstgespräch.
Marcel SchygaIch baue Websites vom Design bis zum Livegang. Mehr über mich