BRANCHE 20. August 2026 · 5 Min. Lesezeit

Website für Handwerker:
was sie beantworten muss

Wer einen Handwerker sucht, tippt Gewerk und Ort ein und will drei Dinge sofort sehen: Machst du das, kommst du hierher, und wie erreiche ich dich. Eine Handwerkerseite, die diese drei Fragen auf der Startseite beantwortet, bringt passende Anfragen. Eine, die mit der Firmengeschichte beginnt, bringt Anrufe für Arbeiten, die du nicht machst.

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Kurz gesagt
  • Gesucht wird nach Gewerk und Ort, nicht nach dem Betriebsnamen.
  • Auf die Startseite gehören Gewerke, Einsatzgebiet und ein Weg zum Kontakt.
  • Betriebe ohne Ladengeschäft müssen ihre Adresse bei Google ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben.
  • Google erlaubt maximal 20 Einzugsgebiete, insgesamt rund zwei Autostunden weit.
  • Notdienst und Reaktionszeit gehören nach oben, wenn du beides anbietest.

Wonach suchen meine Kunden wirklich?

Nach der Kombination aus Leistung und Ort: „Elektriker Düsseldorf", „Heizung reparieren Ratingen", „Bad sanieren in der Nähe". Der Betriebsname kommt nur bei Leuten vor, die dich schon kennen - und die brauchen die Seite nicht, um dich zu finden.

Daraus folgt eine unbequeme Reihenfolge. Nicht „Herzlich willkommen bei Müller & Söhne, seit 1978 Ihr Partner", sondern das Gewerk und das Gebiet zuerst. Die Geschichte des Betriebs ist gut, aber sie überzeugt jemanden, der schon weiß, dass du das Richtige machst.

Der zweite Punkt ist Abgrenzung. Ein Elektriker, der keine Photovoltaik montiert, sollte das schreiben - sonst kostet ihn jede dritte Anfrage zehn Minuten Telefon für ein Nein. Eine Seite, die sagt, was du nicht machst, spart mehr Zeit als eine, die alles verspricht.

Was gehört auf die Startseite?

Fünf Dinge, in dieser Reihenfolge:

  • Das Gewerk in den ersten Worten, so wie ein Kunde es nennt - nicht die Innungsbezeichnung.
  • Das Einsatzgebiet als Liste der Orte, in denen du tatsächlich arbeitest.
  • Ein Weg zum Kontakt, der ohne Scrollen erreichbar ist: Telefonnummer als Link, der auf dem Handy den Anruf startet.
  • Was du machst und was nicht, in kurzen Zeilen statt in einem Absatz.
  • Zwei oder drei Bilder eigener Arbeiten, keine gekauften Motive.
Was der Kunde fragtWo es auf der Seite steht
Machst du das?Gewerke, erste Zeile der Startseite
Kommst du hierher?Ortsliste, direkt darunter
Wie erreiche ich dich?Telefonnummer, ohne Scrollen sichtbar
Was kostet es ungefähr?Größenordnung je Gewerk, eigene Seite
Wann hast du Zeit?Reaktionszeit oder Notdienst, oben

Zu den Bildern gehört eine Bemerkung, weil sie oft schiefgeht: Fotos aus Bilddatenbanken erkennt jeder, der drei Handwerkerseiten nebeneinander gesehen hat. Ein Handybild von einer fertigen Arbeit bei Tageslicht wirkt mehr als der perfekte Kachelboden aus dem Katalog. Wie du solche Bilder aufbereitest, ohne die Ladezeit zu ruinieren, steht in Ladezeit verbessern. Woher die Texte dazu kommen, ohne dass du einen Aufsatz schreibst, steht in Texte für die eigene Website.

Welche Google-Regel gilt für Betriebe ohne Ladengeschäft?

Wenn du an deiner Geschäftsadresse keine Kunden empfängst, musst du die Adresse im Google-Unternehmensprofil ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben. Google nennt diese Betriebe „Unternehmen ohne festen Standort" und zählt Klempner ausdrücklich dazu.

Das ist keine Empfehlung, sondern eine Richtlinie. Wer als reiner mobiler Betrieb seine Büro- oder Privatanschrift sichtbar stehen lässt, verstößt dagegen - Google erwartet, dass an einer sichtbaren Adresse tatsächlich Kunden empfangen werden können.

Für das Einzugsgebiet gibt es zwei Grenzen: maximal 20 Gebiete, und die Gesamtausdehnung soll rund zwei Autostunden vom Betrieb nicht überschreiten. Städte, Postleitzahlen oder Regionen sind als Angabe möglich.

Hast du eine Werkstatt, in der Kunden vorbeikommen, giltst du als Hybridbetrieb und darfst beides angeben - Adresse und Einzugsgebiet. Bedingung ist eine jederzeit sichtbare Beschilderung am Gebäude. Fehlt die, behandelt Google dich wieder als Betrieb ohne festen Standort. Welche Felder im Profil sonst zählen, steht in den vier Feldern, die im Unternehmensprofil zählen.

Wie bekomme ich weniger unpassende Anfragen?

Indem das Formular fragt, was du zum Einschätzen brauchst. Ein Feld „Nachricht" allein erzeugt Anfragen wie „Bitte um Rückruf" - danach beginnt die Arbeit erst.

Drei Felder reichen meist: Was soll gemacht werden, wo liegt das Objekt, und wann soll es passieren. Das ist keine Hürde, sondern eine Vorsortierung, von der beide Seiten profitieren. Wer die drei Fragen nicht beantworten will, hätte am Telefon auch keine Antwort gehabt.

Für Notdienste gilt das Gegenteil: dort zählt die Nummer, groß und ohne Formular. Wer nachts Wasser im Keller hat, füllt kein Formular aus.

Ein dritter Punkt betrifft die Antwortzeit. Wenn du innerhalb eines Werktags antwortest, schreib das hin - es ist die Angabe, die dich von der Konkurrenz unterscheidet, die drei Tage braucht. Wenn du es nicht zusagen kannst, schreib nichts; eine nicht gehaltene Zusage kostet mehr als eine fehlende.

Häufige Fragen

Brauche ich als Handwerker überhaupt eine Website, wenn ich ausgebucht bin?

Sie entscheidet, welche Aufträge du bekommst, nicht ob du Aufträge bekommst. Wer ausgebucht ist, kann über die Seite steuern, welche Arbeiten hereinkommen - Gewerke, die sich rechnen, nach oben, der Rest gar nicht. Ohne Seite entscheidet das der Zufall der Empfehlungen. Wer über Jahre nur die Arbeiten bekommt, die andere weitergeben, hat am Ende die Auftragsstruktur, die andere für ihn gewählt haben.

Reicht nicht das Google-Unternehmensprofil allein?

Für den ersten Kontakt oft ja, für die Entscheidung selten. Das Profil zeigt Öffnungszeiten, Bewertungen und ein paar Bilder. Was du genau machst, in welchem Umfang und mit welchen Grenzen, steht dort nicht - und genau das prüft jemand, bevor er anruft. Beides zusammen wirkt, eines allein selten.

Wie viele Seiten braucht ein Handwerksbetrieb?

Meist zwischen vier und acht: Startseite, eine Seite je Hauptgewerk, Referenzen, Kontakt. Eine Seite pro Gewerk hat einen Nebeneffekt: sie kann für „Gewerk plus Ort" gefunden werden, während eine Sammelseite für alles nichts Bestimmtes beantwortet. Wer mehr Gewerke anbietet, als er Seiten hat, verschenkt genau die Suchanfragen, die am nächsten am Auftrag liegen.

Muss ich meine Preise auf die Seite schreiben?

Nicht zwingend, aber eine Größenordnung hilft beiden Seiten. „Kleinreparaturen ab X" filtert Anfragen, für die sich die Anfahrt nicht rechnet. Feste Preise für Arbeiten, deren Umfang du vorher nicht kennst, wären dagegen ein Versprechen, das im Gespräch wieder eingesammelt werden muss. Eine Größenordnung nennen und dazuschreiben, wovon sie abhängt, löst beides. Mehr dazu in was kostet eine Website.

Was du als Nächstes tun kannst

Schreib die drei Sätze auf, die ein Kunde auf deiner Startseite zuerst lesen soll: Gewerk, Gebiet, Erreichbarkeit. Wenn du magst, gehen wir die im Erstgespräch zusammen durch - 20 Minuten, danach weißt du, was deine Seite braucht.


Marcel Schyga Marcel Schyga
Ich baue Websites vom Design bis zum Livegang. Mehr über mich
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