Texte für die eigene Website:
so kommst du voran
Texte bleiben liegen, weil sie als Schreibaufgabe angefasst werden. Texte sind aber eine Auskunftsaufgabe: Was fragen Kunden, und was antwortest du am Telefon? Wer seine Antworten aufnimmt statt sie zu formulieren, hat in einer Stunde die Rohfassung für eine ganze Seite.
Zurück zur Übersicht- Nicht schreiben, sondern antworten - und die Antwort aufnehmen.
- Die häufigsten Kundenfragen sind die Gliederung der Seite.
- Jede Seite braucht vier Sätze: was, für wen, was es kostet ungefähr, was der nächste Schritt ist.
- Erst sammeln, dann kürzen. Beides gleichzeitig blockiert.
- Fachbegriffe, die du dem Kunden am Telefon erklärst, gehören nicht ungeklärt auf die Seite.
Warum bleibt der Text liegen?
Weil die Aufgabe falsch gestellt ist. „Schreib einen Text über deinen Betrieb" ist eine leere Seite mit einem Aufsatzthema. Kein Handwerker, kein Arzt und kein Architekt hat einen Grund, gut in Aufsätzen zu sein.
Was dieselben Leute mühelos können: erklären, was sie machen. Am Telefon, im Kundengespräch, auf der Baustelle - dreißig Mal in der Woche, klar und ohne Nachdenken. Genau dieser Text soll auf die Seite.
Der Umweg ist deshalb: Frage aufschreiben, Antwort in das Telefon sprechen, Aufnahme transkribieren lassen. Was dabei herauskommt, ist zu lang und ungeordnet - aber es ist echt, und Kürzen ist eine viel leichtere Aufgabe als Anfangen.
Wie komme ich in einer Stunde zu Rohtexten?
In vier Schritten, mit dem Telefon als einzigem Werkzeug.
- Schreib die zehn Fragen auf, die Kunden dir am häufigsten stellen. Nicht erfinden - erinnern.
- Beantworte jede Frage laut, zwei bis drei Minuten, als sprächst du mit einem Kunden. Aufnehmen.
- Lass die Aufnahme in Text umwandeln. Jedes Telefon kann das inzwischen.
- Streich alles, was du beim Lesen selbst überspringen würdest.
Nach diesen vier Schritten hast du kein fertiges Manuskript, aber Material - und zwar in deiner Sprache. Das ist der Unterschied zu jedem Text, den jemand über dich schreibt: die Sätze klingen wie du, weil sie von dir sind.
Wer diesen Weg mit mir geht, spricht die Antworten im Erstgespräch, und ich mache daraus die Seitentexte. Wie ein Projekt sonst abläuft, steht in was ein Website-Projekt von dir braucht.
Welche vier Sätze braucht jede Seite?
Vier, und in dieser Reihenfolge. Wer sie hat, hat den Kern.
Erstens: Was wird hier angeboten, in den Worten des Kunden. Nicht die Innungsbezeichnung, nicht der Fachbegriff - das Wort, mit dem jemand danach sucht.
Zweitens: Für wen ist das, und für wen nicht. Der zweite Teil wird fast immer weggelassen und filtert am stärksten. „Ich arbeite für Betriebe mit bis zu zwanzig Mitarbeitern" spart auf beiden Seiten Gespräche.
Drittens: Eine Größenordnung. Nicht zwingend ein Preis - eine Dauer, ein Umfang, ein Startpunkt. Etwas, an dem sich jemand orientieren kann, ohne anzurufen.
Viertens: Was der nächste Schritt ist, als konkrete Handlung. „Kontaktiere uns" ist keine Handlung. „Schreib mir, was gemacht werden soll und wo das Objekt liegt" ist eine.
Was mache ich mit Fachbegriffen?
Dieselbe Regel wie am Telefon: Wenn du einen Begriff dort erklärst, gehört die Erklärung auch auf die Seite. Wenn du ihn nie erklären musst, kann er stehen.
Der Test ist einfach und unbequem: Lies deinen Text jemandem vor, der nicht in deiner Branche arbeitet. Jede Stelle, an der nachgefragt wird, ist eine Stelle, an der ein Besucher weiterklickt - nur dass er nicht nachfragt.
Ein zweiter Prüfschritt betrifft die Reihenfolge im Satz. Wer die Antwort hinten anstellt, verliert die Leute, die nur den ersten Satz lesen - und das sind die meisten. Antwort zuerst, Begründung danach, gilt in jedem Absatz.
Das gilt auch für Abkürzungen und für Begriffe aus der Abrechnung. Ein Kunde, der nach einer Reparatur sucht, kennt die Bezeichnung aus deiner Positionsliste nicht - und sucht auch nicht danach.
Häufige Fragen
Soll ich meine Texte von einer KI schreiben lassen?
Als Rohfassung aus deinen eigenen Antworten: gute Arbeitsteilung. Als Ersatz für deine Antworten: erkennbar und wirkungslos. Der Wert der Texte liegt in dem, was nur du über deine Arbeit weißt - das kann kein Werkzeug erfinden, ohne zu erfinden. Der brauchbare Weg ist die Arbeitsteilung: du lieferst die Antworten, das Werkzeug bringt sie in Form, und du prüfst, ob noch deine Sprache drinsteht.
Wie lang soll eine Seite sein?
So lang, dass die Fragen beantwortet sind, und keine Zeile länger. Für die meisten Unterseiten sind das 300 bis 600 Wörter. Wichtiger als die Länge ist die Reihenfolge: Antwort zuerst, Begründung danach. Wer unsicher ist, schreibt erst alles und streicht danach - Kürzen ist eine leichtere Aufgabe als Ausdehnen, und das Ergebnis ist besser.
Muss ich Suchbegriffe einbauen?
Du musst die Wörter benutzen, die deine Kunden benutzen - das ist dasselbe, nur ohne Technik drumherum. Wer „Rohrreinigung" schreibt, weil Kunden das sagen, hat den Suchbegriff automatisch. Wie du Themen findest, nach denen wirklich gesucht wird, steht in Blogthemen für lokale Betriebe. Wer „Kanalsanierungsdienstleistungen" schreibt, hat ihn verloren. Der Test: Wie würde dein letzter Kunde die Leistung am Telefon nennen? Dieses Wort gehört in die Überschrift.
Wer schreibt die Texte, wenn ich es nicht selbst mache?
Bei mir ich, auf Grundlage des Erstgesprächs. Du liest, korrigierst und gibst frei - schreiben musst du nicht. Was das kostet, hängt an der Seitenzahl; siehe was kostet eine Website. Wie lange es dauert, steht in wie lange dauert eine Website. Der Aufwand für dich bleibt derselbe wie beim Selbstschreiben minus die Formulierungsarbeit: Antworten geben, lesen, freigeben.
Was du als Nächstes tun kannst
Schreib die zehn häufigsten Kundenfragen auf und beantworte drei davon laut ins Telefon. Wenn du magst, machen wir den Rest im Erstgespräch - danach sind deine Texte kein offener Punkt mehr.
Marcel SchygaIch baue Websites vom Design bis zum Livegang. Mehr über mich