ABLAUF 20. August 2026 · 5 Min. Lesezeit

Website selbst machen
oder machen lassen?

Selbst machen lohnt, wenn du Zeit hast, gern gestaltest und die Seite ein einfacher Auftritt bleiben darf. Machen lassen lohnt, wenn deine Stunde im Betrieb mehr wert ist als der Preisunterschied - und das ist bei den meisten Inhabern der Fall. Die eigentliche Frage ist nicht der Preis, sondern wer die Seite in einem Jahr pflegt.

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Kurz gesagt
  • Ein Baukasten kostet wenig Geld und viel Zeit; beides gehört in die Rechnung.
  • Die Arbeit steckt nicht im Bauen, sondern in Texten und Bildern - die fallen in beiden Fällen an.
  • Selbstgebaute Seiten scheitern selten am Aufbau, sondern an der Pflege nach einem Jahr.
  • Wer selbst baut, sollte Domain und Zugänge von Anfang an auf den eigenen Namen legen.
  • Ein Mischweg funktioniert: Struktur und Texte gemeinsam, Pflege selbst.

Was kostet Selbstmachen wirklich?

Wenig Geld und viel Zeit. Der Baukasten kostet im Monat einen zweistelligen Betrag; die Stunden kommen dazu und werden meist nicht gerechnet.

Realistisch für eine erste eigene Seite mit fünf Unterseiten: zwanzig bis vierzig Stunden, verteilt über Wochen. Davon geht der kleinere Teil in Technik und Gestaltung. Der größere geht in Texte, Bildauswahl und die vielen kleinen Entscheidungen, die man ohne Übung dreimal trifft.

Die Rechnung wird erst dann ehrlich, wenn du deine Stunde einsetzt. Bei dreißig Stunden und einem Stundensatz, den du im Betrieb erzielst, liegt der Selbstbau selten unter dem, was ein Projekt kostet - und dabei sind die Abende nicht gerechnet, an denen niemand bezahlt wird.

Was das nicht heißt: dass Selbstmachen falsch ist. Wer gern gestaltet und die Zeit hat, baut sich eine Seite, die zu ihm passt, und lernt dabei etwas über sein eigenes Angebot. Nur billiger ist es meistens nicht.

Was fällt in beiden Fällen gleich an?

Die Inhalte. Texte, Bilder, Angaben, Zugänge - dieser Teil verschwindet nicht, wenn jemand anders baut, er verschiebt sich nur.

Auch bei einem beauftragten Projekt kommen die Antworten von dir: was der Betrieb macht, wer kauft, welche Leistungen es gibt, welche Bilder es gibt. Der Unterschied ist, wer daraus Text macht und wer die Struktur entscheidet. Wie viel Zeit dein Teil kostet, steht in wie lange dauert eine Website.

Wer diesen Punkt unterschätzt, erlebt in beiden Wegen dieselbe Enttäuschung: Die Seite steht technisch und wirkt trotzdem beliebig, weil die Inhalte aus Vorlagentexten bestehen.

Woran scheitern selbstgebaute Seiten?

Nicht am Aufbau. Der klappt meist - Baukästen sind gut darin geworden. Sie scheitern an drei Punkten danach.

Erstens an der Pflege. Nach sechs Monaten hat sich eine Öffnungszeit geändert, eine Leistung ist dazugekommen, ein Mitarbeiter ist gegangen. Wer sich in die Bedienung einmal eingearbeitet hat, muss sich wieder einarbeiten - und lässt es.

Zweitens am Wachstum. Eine Struktur, die für fünf Seiten gedacht war, trägt fünfzehn nicht. Der Umbau ist dann größer als der Neubau gewesen wäre.

Drittens am Wechsel. Wenn die Seite in einem Baukasten liegt und du weg willst, kommen die Inhalte nicht einfach mit, und alle Adressen ändern sich. Was dabei zu tun ist, steht in von Wix umziehen - und die Gründe gegen Baukästen in statisch gebaute Website.

Gibt es einen Mittelweg?

Ja, und er ist für viele der richtige. Struktur, Texte und der erste Aufbau kommen von außen; die Pflege machst du selbst.

Damit das funktioniert, muss die Seite dafür gebaut sein: klare Stellen, an denen du Texte und Bilder ändern kannst, ohne die Struktur zu berühren. Und eine Einweisung, die kurz genug ist, dass du sie in einem halben Jahr noch anwenden kannst.

Selbst machenMachen lassen
GeldBaukasten im MonatProjektpreis einmalig
Deine Zeit20 bis 40 Stunden2 bis 4 Stunden
Textevon diraus dem Erstgespräch
Pflegevon dirwahlweise
Beim WechselAdressen und Inhalte neuInhalte gehören dir

Der zweite Mittelweg ist umgekehrt: Du baust die erste Fassung selbst, damit die Seite überhaupt existiert, und lässt sie in einem Jahr richtig bauen, wenn du weißt, was du brauchst. Für einen Betrieb, der gerade startet, ist das oft die vernünftigere Reihenfolge als sechs Monate ohne Seite. Was in der zweiten Runde dazukommt, steht in was kostet eine Website.

Häufige Fragen

Was gehört mir am Ende - egal welcher Weg?

Domain, Inhalte und die Zugänge. Das ist der Punkt, an dem man beim Selbstbau am leichtesten Fehler macht: eine Domain, die über den Baukasten läuft, und ein Konto, das auf eine Agenturadresse eingetragen ist, sind beim Wechsel ein eigenes Projekt.

Kann ich mit einer Seite anfangen?

Ja, und für viele ist das der richtige Start. Eine Seite, die eine Frage vollständig beantwortet und einen Weg zum Kontakt hat, wirkt mehr als sechs halbfertige. Erweitern geht später, wenn die Struktur es zulässt. Wichtig ist nur, dass diese erste Seite nicht auf Unterseiten verlinkt, die es noch nicht gibt - das ist der häufigste Fehler beim Etappenstart.

Was kostet mich das Selbstmachen an Nerven?

Der ehrlichste Punkt und der, der in keiner Rechnung steht. Die meisten Inhaber, die selbst gebaut haben, erzählen dasselbe: Es hat funktioniert, es hat länger gedauert als gedacht, und sie würden es nicht wieder machen. Manche würden es wieder machen - die gestalten gern.

Woran erkenne ich, dass meine selbstgebaute Seite an ihre Grenze kommt?

An drei Zeichen: Du schiebst Änderungen wochenlang auf, du findest im Baukasten die Stelle nicht mehr, oder du willst etwas, das die Vorlage nicht hergibt. Alle drei sind ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch, keiner ist ein Notfall. Keines der drei Zeichen ist ein Notfall; alle drei sind ein guter Zeitpunkt, die Struktur einmal von außen anschauen zu lassen.

Was du als Nächstes tun kannst

Rechne einmal ehrlich: Wie viele Stunden hast du in den letzten sechs Monaten in deine Seite gesteckt, und was ist deine Stunde wert? Das Ergebnis beantwortet die Frage besser als jeder Vergleich. Danach gern 20 Minuten darüber.


Marcel Schyga Marcel Schyga
Ich baue Websites vom Design bis zum Livegang. Mehr über mich
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